Das Foto links stammt von Weihnachten 1999. Ich war da gerade sieben und bekam ein paar hundert Holzklötzchen geschenkt, nachdem ich einen Monat vorher den Domino Day im Fernsehen gesehen hatte und fasziniert gewesen war.

Durch die TV-Show ging das damals und in den folgenden Jahren unzähligen Jungs in meinem Alter so. Es ist ja auch ein tolles Hobby für Kinder.

Der Unterschied bei mir war, dass die Faszination einfach nicht mehr aufhörte...

In den nächsten Jahren pflasterte ich regelmäßig die Zimmer des Hauses (das ich mir immerhin mit zwei sehr toleranten Schwestern teilte) mit Holz- und später Plastiksteinen, die mit der Zeit natürlich auch immer mehr wurden. Irgendwann hatte ich ca. 3000 und dachte, das sei wohl das Ende der Fahnenstange.

Ohne mich selbst psychoanalysieren zu wollen: Das Ganze war für mich kein Hobby, sondern eine Obsession ;-)

In den nächsten Jahren - 2002 bis 2006 - organisierten meine und zwei weitere Familien auch gemeinsame "Domino Days" in einer nahegelegenen leerstehenden Kirche und später in der Turnhalle meiner Schule - natürlich eine fantastische Sache für mich. Bei diesen eintätigen Veranstaltungen kamen wir bis auf ca. 15 000 Steine.

Irgendwann war ich zwölf, dreizehn, mittlerweile auf dem Gymnasium und in dem Alter, wo man als Schüler seine Kindheitshobby langsam auslaufen lässt. Nicht so in diesem Fall... Die 3000 Steine waren bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange, spätestens, als bei einem Online-Verkäufer (Christian / Maria Lamping) endlich Dominosteine erhältlich waren, die denen vom Domino Day entsprachen.

Bald wurde mein Zimmer zu klein - was wir dazu nutzten, den Dachboden des Hauses zu entrümpeln, freizuräumen und mir als Baufläche zur Verfügung zu stellen. Das war 2006.

Die größte Veränderung war dann aber das Aufkommen von YouTube und damit auch Kontakte zu anderen Freaks mit dem gleichen Hobby. Erstens änderte sich dadurch das Hobby an sich für mich, dadurch, dass ich die Projekte filmte und auf YouTube präsentierte - denn früher, vor allem als kleines Kind, war es eher etwas, was man einmalig zum Spaß an der Freude machte und nicht, um es festzuhalten. Zweitens entstand aber vor allem durch YouTube das deutschlandweite Cologne Domino Team - siehe die entsprechende Rubrik dazu - bei dessen jährlichen Events ich von Anfang an dabei war. Insgesamt veranstalteten wir sechs Events in einer Turnhalle in Köln - angefangen 2008 mit 70 000 Steinen bis 2013 mit 285 000, also viermal (!) so vielen Steinen auf derselben Fläche. Die Wochen in Köln haben jedes Mal unheimlich viel Spaß gemacht, ich habe dazu immer gesagt, dass es etwas von Ferienfreizeit hatte, bloß mit diesem gemeinsamen Projekt als Rahmen.

Zuhause ist mein Steinevorrat mittlerweile auf 30 000 Steine angewachsen. Ein bisschen mehr also als die 3000, die ich mal als Maximum angesehen hatte. Mittlerweile fehlt mir auch mit dem Dachboden der Platz, um mich richtig "auszutoben", sodass jetzt, nach 15 Jahren, das Hobby tatsächlich langsam abklingt. In der Zwischenzeit sind natürlich eine Menge Projekte entstanden, von denen hier ein paar Fotos folgen.

Mit einem Videobeitrag zur Bundestagswahl 2009 gewann ich eine Reise nach Berlin (sowie einen Laptop). Ein Video, in dem ich versuchte, einen Weltrekord für die größte Dominopyramide aufzustellen, ging viral (> 1 Million Aufrufe), weil ich denkbar spektakulär kurz vor Schluss scheiterte und den Unfall per Webcam aufnahm. Das führte sogar zu einem (telefonischen) Interview im japanischen Fernsehen (Japan ist dominobegeistert)...

Meine größeren Projekte in den letzten Jahren waren eine Umsetzung der "Krabat"-Sage mit 70 000 Dominos (ich liebe das Buch von Otfried Preußler), eine Kettenreaktion durch das ganze Haus mit 20 000 Steinen und ein Projekt mit Motiven zu Island nach einem Urlaub dort - auf dieses Video wurde eine isländische Zeitung aufmerksam und brachte einen Artikel darüber.

Zuletzt nahm ich 2016 bei einem Event von Austrian Domino Art teil und darf mich seitdem - endlich; es handelt sich um einen Kindheitstraum - Guinness-Weltrekordler schimpfen, nachdem ich ungefähr 8000 Steine zu einer Mauer aus 42 000 Dominos beisteuerte, die mit 40 Metern Länge (bei einem Meter Höhe) die längste der Welt war.